Buchbinder

  1. Was macht ein Buchbinder (Handwerk)?

Hunderte verschiedener Buchrücken kann man bei einem Gang durch eine Bücherei oder Bibliothek entdecken. Viele Bücher kommen erst durch ihr kunstvoll gestaltetes Cover richtig zur Geltung. Die Aufgabe eines Buchbinders ist es, eben diese Cover zu gestalten und die losen Blätter eines Buches zu einem Kunstwerk zusammenzufügen. Bis 2011 wurde der Buchbinder in zwei Fachrichtungen ausgebildet: es gab eine Ausbildung für die Serienproduktion von Großaufträgen und es gab die handwerkliche Ausbildung. Heute existiert nur noch die handwerkliche Buchbinderausbildung. Die technische wird durch die Ausbildung zum Medientechnologen Druckweiterverarbeitung abgedeckt.

Bei der handwerklichen Ausbildung geht es meistens um Einzelwerke und Sonderanfertigungen. Hier kommt noch viel Handarbeit zum Einsatz, zum Beispiel bei der Gestaltung des Covers mit Ledereinbänden, Goldverzierungen oder Gravuren. Buchbinder können aber nicht nur Bücher binden, sie verstärken oder veredeln auch Landkarten und Bilder.

 

  1. Wie wird man Buchbinder?

Wer Buchbinder werden möchte, muss Bücher lieben. Besonders der ästhetische Blick ist für das Handwerk unabdingbar. Buchbinder brauchen Kreativität, eine ruhige Hand und viel Geduld, wenn sie Cover in Handarbeit bearbeiten. Handwerkliches Geschick und technisches Interesse sind ebenfalls von Vorteil.

Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, welchen Schulabschluss man mitbringen sollte. Die meisten Buchbinder haben zu Beginn ihrer Ausbildung aber die mittlere Reife oder die Hochschulreife erreicht.

 

  1. Wo werden Buchbinder ausgebildet? / Ausbildungsinhalte

Buchbinder werden nicht nur in handwerklichen Buchbindereien ausgebildet. Auch kleine oder mittelständische Druckereien haben oft eine angeschlossene Weiterverarbeitung mit Buchbinderei. Außerdem finden Buchbinder Beschäftigung bei großen Bibliotheken, wie beispielsweise Universitätsbibliotheken, wo sie alte Bücher instand halten oder sogar Antiquariate restaurieren.

In der dreijährigen Ausbildung zum Buchbinder erlernt man das Schneiden, Falzen, Kleben und Binden von Buchseiten. Die Auszubildenden konzentrieren sich auf das Handwerk, Cover manuell anzufertigen und zu verzieren. In der Theorie wird angehenden Buchbindern viel Wissen über die Geschichte des Handwerks und mathematische Kenntnisse vermittelt.

 

  1. Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Buchbinder können eine Meisterlehre an ihre Ausbildung anschließen. Mit dieser Weiterbildung können sie einen eigenen Betrieb eröffnen und selbst Lehrlinge ausbilden. Auch Weiterbildungen zum Industriemeister und zum Medienfachwirt sind je nachdem, welche Interessen man verfolgt, möglich. Buchbinder können sich außerdem auf die Restauration spezialisieren: Restauratoren im Buchbinderhandwerk erhalten alte oder beschädigte Bücher.

 

  1. Welches Gehalt bekommt ein Buchbinder?

Im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen in der Druckindustrie verdient ein Buchbinder während der Ausbildung relativ wenig:

  1. Ausbildungsjahr: 350 bis 450 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 400 bis 500 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 450 bis 550 Euro

Nach der Ausbildung kann man mit einem Einstiegsgehalt von 1500 bis 2500 Euro (brutto) rechnen. Mit steigender Berufserfahrung sind auch noch einige Hundert Euro (brutto) mehr drin. Wem das nicht reicht, der kann über eine Weiterbildung (siehe Punkt 4) nachdenken.

 

  1. Ist Buchbinder ein Beruf mit Zukunft?

In Zeiten von Internet, Smartphone und Co. haben Bücher es natürlich zunehmend schwerer. Immer weniger Menschen greifen bewusst zu einem gebundenen Buch. Mit der Nachfrage sinken auch die Möglichkeiten für Buchbinder, eine gute Stelle zu bekommen. Hinzu kommt, dass immer mehr Bücher maschinell gebunden werden, ohne dass es dafür einen ausgebildeten Buchbinder braucht. Aber trotz aller trüben Aussichten kann man auch in der heutigen Zeit noch klassischer Buchbinder werden. Insbesondere im Bereich Restauration gibt es weiterhin Beschäftigungsmöglichkeiten. Kleinere Buchbindereien überleben heute in Nischenbereichen und spezialisieren sich auf bestimmte Techniken, die sie besser als alle anderen beherrschen. Außerdem ist in den letzten Jahren eine kleine Gegenbewegung zur Digitalisierung erkennbar: viele Menschen schätzen wieder den Wert eines gedruckten und aufwändigen Produkts gegenüber eines digitalen Bildschirms.

 

Englische Berufsbezeichnung: 

Bookbinder

 

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